20 Jahre KIM: „Kooperatives Handeln funktioniert langfristig“.
Die Kooperationsinitiative Maschinenbau e.V. feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Seit zwei Jahrzehnten setzt sich der Verband erfolgreich dafür ein, klein- und mittelständische Unternehmen im Maschinenbau zu vernetzen, Innovationen voranzutreiben und den Technologie- sowie Wissenstransfer nachhaltig zu stärken. Zugleich ist die KIM nicht nur räumlich im Braunschweiger Haus der Wirtschaft, sondern auch durch ihre Kooperation und zahlreiche gemeinsame Mitglieder eng mit dem Arbeitgeberverband Region Braunschweig e.V. verbunden.
Gegründet wurde die KIM im Jahr 2006 mit dem Ziel, den Maschinenbau als Schlüsselbranche zu stärken und den Herausforderungen des globalen Wettbewerbs entschlossen zu begegnen. Heute bündelt das Netzwerk die Kompetenzen zahlreicher Mitgliedsunternehmen, Hochschulen und regionalen Partnern und trägt maßgeblich zur technologischen Weiterentwicklung und Fachkräftesicherung bei.
Im AGV-Interview spricht KIM-Geschäftsführerin Siw Jung über Vertrauen im Mittelstand, wirtschaftliche Herausforderungen und die Zukunft des Maschinenbaus.
Frau Jung, was bedeutet das Jubiläum für Sie persönlich?
„Es ist beeindruckend, dass es die Kooperation schon über 25 Jahre gibt und die Gründung des Vereins vor 20 Jahren der richtige Schritt war, dieses Netzwerk auf ein festes Fundament zu stellen. KIM steht vor allem für Krisenfestigkeit, gelebtes Vertrauen und den Erfolg regionaler Solidarität im industriellen Mittelstand. Ich kenne KIM seit 2009 – für die Aufgabe als Geschäftsführerin bin ich damals nach Braunschweig gekommen – und ich bin auch ein bisschen stolz darauf, die Erfolgsgeschichte von KIM mit beeinflusst zu haben. Das Jubiläum beweist, dass kooperatives Handeln langfristig funktioniert.“
Welche drei Schlagwörter beschreiben KIM heute am besten?
„Gemeinsame Ziele. Kompetentes Netzwerk. Wertschöpfende Praxis.“
Welches Thema bringt Maschinenbauer derzeit sofort ins Gespräch?
„Die angespannte wirtschaftliche Lage und der Umgang mit sinkenden Aufträgen bei gleichzeitig hohen Energie- und Personalkosten. Hinzu kommt der enorme Aufwand, den Vorschriften und Bürokratie dem Mittelstand abverlangen.“
Was war in 20 Jahren KIM die überraschendste Erfolgsgeschichte?
„Dass aus dem anfänglichen, vom AGV, NiedersachsenMetall, der IG Metall und einer Handvoll Unternehmen initiierten Verbund ein echtes, krisenfestes Vertrauensnetzwerk in der Region Braunschweig geworden ist. Heute teilen konkurrierende mittelständische Geschäftsführer völlig offen ihre Herausforderungen und Schwierigkeiten, um sich gegenseitig zu unterstützen.“
Was können andere Branchen vom Maschinenbau lernen?
„Zweckorientierte Kooperation: Trotz Wettbewerb im operativen Geschäft bündeln die Unternehmen in Arbeitskreisen – etwa zu Einkauf, IT oder Personal – ihre Kräfte und teilen Wissen, um gemeinsam bessere Konditionen und Synergien zu erzielen.“
Was schätzen die Mitgliedsunternehmen besonders an KIM?
„Den ehrlichen Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe und die kurzen, unbürokratischen Wege zu Kollegen, Forschungsinstituten wie der TU Braunschweig oder der Ostfalia sowie zu regionalen Dienstleistern.“
Warum hat der Maschinenbau Zukunft?
„Weil er das Fundament jeder technologischen Transformation ist – egal ob Dekarbonisierung, neue Energielösungen oder Automatisierung. Ohne innovative Maschinen und Sondermaschinen lässt sich die Zukunft nicht bauen.“
Was macht KIM anders als andere Netzwerke?
„KIM ist kein reiner ‚Visitenkarten-Club‘. Das Netzwerk lebt von der aktiven, praxisnahen Arbeit in den Arbeitskreisen und von einer tiefen regionalen Verwurzelung, die messbare wirtschaftliche Vorteile für die Betriebe bringt.“
Was war Ihr persönlich schönster Moment der vergangenen Jahre?
„Mein erster Arbeitstag Mitte November 2023 nach meiner KIM-Auszeit. Es fühlte sich sofort wieder vertraut und richtig an – als wäre ich nie weg gewesen. Die Themen haben sich verändert, aber viele Mitgliedsfirmen, Ansprechpartner und die KIM-Philosophie sind gleich geblieben.“
Und wie wird das Jubiläum gefeiert?
„Bewusst leise und ohne große Gala. Aufgrund der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage der Mitgliedsunternehmen verzichtet die KIM auf eine pompöse Feier. Stattdessen möchten wir den Mitarbeitenden der Mitgliedsunternehmen Danke sagen: Über den Sommer wird ein Eiswagen alle Unternehmen anfahren und kostenlos Eis spendieren.“
Was wünschen Sie sich für die nächsten 20 Jahre?
„Dass KIM weiterhin Treiber und Fels in der Brandung für den regionalen Mittelstand bleibt, erfolgreich neue Fachkräfte begeistert und den Brückenschlag zwischen Tradition und Digitalisierung meistert.“
Wir als AGV Region Braunschweig freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!
Jetzt mehr über die KIM erfahren:
KIM Kooperationsinitiative Maschinenbau e.V. in Braunschweig