Der Blick backstage: Das Geschäft hinter der großen Show!
Bis zu 10.000 Besucher an einem Abend, rund 100 Menschen im Einsatz und ein Veranstaltungsvolumen von mehr als einer Million Euro im Jahr: Hinter den Yellow-Jockey Open Airs auf der Galopprennbahn in Bad Harzburg steckt längst mehr als eine Konzertidee. Das Projekt zeigt, was es braucht, um größere Kulturveranstaltungen in der Region auf die Beine zu stellen – von verlässlichen Partnern und regionalen Dienstleistern über Planungssicherheit bis hin zu einer guten Portion unternehmerischen Muts. Wir haben mit den Machern über ihr ungewöhnliches Konzept, regionale Zusammenarbeit und die Herausforderungen der Veranstaltungsbranche gesprochen.
Eine Galopprennbahn als Konzertgelände? Was zunächst ungewöhnlich klingt, ist in Bad Harzburg inzwischen zu einem festen Veranstaltungskonzept geworden. Mit Yellow-Jockey verwandelt ein regionaler Veranstalter die traditionsreiche Rennbahn in eine Open-Air-Bühne und verbindet dabei zwei Welten: die Geschichte des Pferderennsports mit modernen Konzertformaten.
Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis ins Jahr 2014 zurück, erste Erfahrungen als Veranstalter sammelten die Beteiligten bereits zuvor mit der Konzertreihe MINER’S ROCK in Goslar. Nicht jedes Jahr sei dabei wirtschaftlich erfolgreich gewesen, heißt es rückblickend. Gerade darin sehen die Verantwortlichen aber auch eine unternehmerische Erfahrung: Ideen ausprobieren, Verantwortung übernehmen und weitermachen.
Welche Dimension das Format inzwischen erreicht hat, zeigte der diesjährige Konzertsommer. Auf der Rennbahn standen unter anderem Dick Brave, Johannes Oerding und Matthias Reim auf der Bühne. Hinzu kam die 90s Super Show mit bekannten Namen wie Loona, Whigfield, Oli.P, East 17 und Culture Beat sowie Comedian Matze Knop als Co-Moderator. An vier Veranstaltungstagen in Folge wurde die Galopprennbahn damit Mitte August zur großen Open-Air-Bühne.
Christian Burgart leitet gemeinsam mit Sören Behme die Geschicke von Yellow-Jockey. Mit Christian Burgart haben wir im AGV-Interview über das Geschäftsmodell hinter den Open Airs, die Bedeutung regionaler Partnerschaften und die aktuellen Herausforderungen der Veranstaltungsbranche gesprochen.
Vor allem bei der gemeinsamen Frage nach Zukunft und Optimismus. Wenn Unternehmen aus unserer Region Fachkräfte suchen oder sich international präsentieren, spielt Herkunft eine wichtige Rolle. Menschen wollen wissen: Wofür steht diese Region eigentlich? Ist sie mutig, wachsend und lebenswert? Oder erzählt sie sich selbst permanent den Niedergang? Wir verkaufen letztlich alle gemeinsam ein Gefühl von Zukunft. Deshalb bin ich überzeugt, dass Verbände wie der Arbeitgeberverband, die IHK, die Handwerkskammern, Städte, Landkreise und starke Veranstalter künftig noch enger zusammenarbeiten sollten. Kultur kann dabei weit mehr sein als Unterhaltung. Sie kann Identität stiften, Menschen verbinden und einer Region Selbstbewusstsein geben.
Damit schließt sich der Kreis: Yellow-Jockey ist nicht nur eine Konzertreihe, sondern auch ein Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn Unternehmergeist, regionale Verbundenheit und verlässliche Partnerschaften zusammenkommen. Trotz aller wirtschaftlichen und organisatorischen Herausforderungen überwiegt dabei der Blick nach vorn – oder, wie Burgart es selbst formuliert: „Optimismus ist auch ein Wirtschaftsfaktor.“
Herr Burgart, vielen Dank für das Gespräch und die interessanten Einblicke hinter die Kulissen von Yellow-Jockey.
Weitere Informationen über Yellow-Jockey und Kontaktaufnahme unter yellow-jockey.de
Fotos: Yellow-Jockey