Jenko Sternberg Design: Eine Agentur mit Weitblick

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14.09.2026

Seit über 30 Jahren immer einen Schritt voraus!

Mitten im Grünen, mit Blick über Felder und viel Raum für Ideen: Jenko Sternberg Design hat sich in Apelnstedt einen Agenturstandort geschaffen, der so gar nicht dem Klischee der urbanen Kreativschmiede entspricht. Seit mehr als 30 Jahren entwickelt die Agentur Kampagnen, Markenauftritte, Websites, Filme und Social-Media-Content. Doch kaum etwas verändert die Medien- und Werbebranche derzeit so grundlegend wie Künstliche Intelligenz. Für Gründerin und Geschäftsführerin Sabine Sternberg ist deshalb klar: Wer kreativ bleiben will, muss bereit sein, sich immer wieder neu zu erfinden.

Wer eine Werbeagentur dieser Art sucht, vermutet sie vermutlich eher in einem Loft in Hamburg, Berlin oder zumindest mitten in Braunschweig. Bei Jenko Sternberg Design führt der Weg dagegen nach Apelnstedt im Landkreis Wolfenbüttel. Vorbei an Feldern, raus aus der Stadt und hinein in eine kleine Kreativwelt mit Garten, Teich, Terrasse und weitem Blick ins Grüne. Die Agentur hat aus ihrem ungewöhnlichen Standort längst eine Marke gemacht und nennt sich augenzwinkernd „Die Dorfdesigner“. Landluft, Freiraum und Ruhe gehören hier zum Selbstverständnis.

Dabei wird keineswegs nur hübsch gestaltet. Das Portfolio reicht von Kommunikations- und Corporate Design über Webdesign und -entwicklung bis zu Fotografie, Film und Social Media. Kampagnen, Markenpositionierung, Employer Branding, Websites, Animationen, Recruitingfilme oder digitale Geschäftsberichte gehören ebenso zum Angebot. Ein eigenes Foto- und Filmstudio liegt nur wenige hundert Meter von der Agentur entfernt.

Der ungewöhnliche Standort ist dabei kein Marketinggag, sondern Teil der Unternehmensgeschichte. Bevor Jenko Sternberg Design aufs Land zog, arbeitete die Agentur in einer Villa in der Braunschweiger Adolfstraße – ebenfalls mit Garten, alten Bäumen und der Oker vor der Tür. Als ein neuer Standort gesucht werden musste, war für Sabine Sternberg deshalb klar: Ein gewöhnliches Stadtbüro kam nicht infrage. Beim Radfahren entdeckte sie schließlich das Grundstück in Apelnstedt. „So wollte ich aus meinem Fenster gucken, mit Blick auf den Elm“, erinnert sie sich. „Das macht total viel mit dem Wohlbefinden.“ Der Umzug war zugleich eine bewusste Entscheidung für eine andere Art des Arbeitens. Wer hier arbeiten wolle, müsse das Land mögen, sagt Sternberg. Drei Mitarbeitende verließen die Agentur damals mit dem Standortwechsel. Andere kamen gerade deshalb.

Angefangen hat alles mit 250 Mark

Die Geschichte der Agentur beginnt allerdings deutlich bescheidener. 1995 machten sich Sabine Sternberg und Ingo Jenko gemeinsam selbstständig. Sternberg kam ursprünglich aus der Automobilbranche und hatte zuvor im Vertrieb bei Toyota gearbeitet. Geld für ein repräsentatives Büro war kaum vorhanden. Also schaltete sie kurzerhand eine Anzeige: Gesucht werde „das schönste Büro Braunschweigs“ – für 250 Mark. Tatsächlich funktionierte die ungewöhnliche Akquise. „Da haben wir gestartet, also wirklich mit nichts“, erinnert sich Sternberg. Zeitweise sei nicht einmal Geld für das eigene Gehalt vorhanden gewesen. 

Was folgte, waren drei Jahrzehnte Medien- und Werbegeschichte – in einer Branche, die sich in dieser Zeit mehrfach grundlegend verändert hat. Zu den ersten größeren Auftraggebern gehörte unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Später arbeitete die Agentur für Unternehmen, öffentliche Institutionen und Wissenschaftseinrichtungen, entwickelte Standortmarketing und Kampagnen und war zeitweise sogar für das Marketing Luxemburgs tätig. Dabei zieht sich eine Eigenschaft durch viele Geschichten, die Sabine Sternberg erzählt: die Lust, Dinge auszuprobieren und manchmal eben ein Stück früher zu denken als andere. Für die Brauerei Wolters entwickelte die Agentur beispielsweise bereits in den 1990er-Jahren eine Kampagne, bei der Bier direkt aus der Flasche getrunken wurde. Damals sei die Idee mit dem Hinweis abgelehnt worden, Bier trinke man aus dem Glas. Wenig später wurde genau das zum Trend. „Ihr wart einfach zu früh“, habe man ihr später gesagt.

Wo Ideen auf den Tisch kommen: Sabine Sternberg & Ingo Jenko am zentralen Treffpunkt ihrer Agentur
Kreativraum mit Blick ins Grüne

Von der Grafik bis zum Film

Aus der klassischen Designagentur wurde mit den Jahren ein breit aufgestelltes Medienhaus. Dahinter steckt eine bewusste Entscheidung. „Ein breites Portfolio an Kunden bedeutet, dass du auch viel anbieten kannst“, sagt Sternberg. Deshalb wurden Kompetenzen Schritt für Schritt ins eigene Haus geholt. Zur Gestaltung kamen Fotografie und Film, später Webentwicklung und schließlich Social Media.
Genau diese Vielseitigkeit betrachtet Sternberg als Teil des Erfolgsrezepts: „Wir können halt nicht nur Kampagnen entwickeln, sondern wir können sie komplett umsetzen.“ Doch hinter einer guten Kampagne steckt für sie nicht allein technisches Können. Entscheidend sei, Menschen zu erreichen. „Es muss die Herzen gewinnen.“ Die besondere Stärke ihres Teams sieht sie deshalb in der Empathie: zuhören, Kunden verstehen und sich vor allem in diejenigen hineinversetzen, die eine Kampagne am Ende erreichen soll.

Plötzlich die beste Harley-Website der Welt

Wie weit dieser Anspruch führen kann, zeigt eine Geschichte, die Sabine Sternberg bis heute besonders gern erzählt. Für einen regionalen Harley-Davidson-Händler sollte die Agentur eine neue Website entwickeln – allerdings mit überschaubarem Budget. Gleichzeitig hatte Harley-Davidson in den USA einen internationalen Wettbewerb um die beste Händler-Website ausgeschrieben. Das Preisgeld: 20.000 Euro. Die Rechnung der Agentur war ebenso einfach wie selbstbewusst: Einen Teil des möglichen Gewinns in die Entwicklung investieren – und dann eben den Wettbewerb gewinnen.
Gesagt, getan. Jenko Sternberg entwickelte den neuen Webauftritt und setzte sich tatsächlich gegen die internationale Konkurrenz durch. „Ihr habt die beste Internetseite für Harley-Davidson weltweit gemacht“, lautete anschließend die Nachricht an die Agentur. Andere Stores sollten sich an dem Auftritt orientieren. Für Sternberg steht die Anekdote bis heute exemplarisch für den Spirit im Unternehmen: nicht lange darüber nachdenken, ob etwas vielleicht eine Nummer zu groß sein könnte, sondern es ausprobieren. „Wir sagen einfach: Dann gewinnen wir es eben.“

Von FreeHand 1.0 in die KI-Welt

Vielleicht lässt sich der Wandel der Branche kaum plastischer beschreiben als mit einem Satz von Sabine Sternberg: „Wenn man sich das überlegt, dass man von FreeHand 1.0 in die KI-Welt gestoßen wurde.“ Für die Agentur ist das weit mehr als die Einführung eines neuen Werkzeugs. „Wir haben als Branche im Grunde genommen die Aufgabe, uns komplett neu zu erfinden.“
Die Tragweite generativer KI erkannte Sternberg früh. Bereits kurz nach dem öffentlichen Durchbruch von ChatGPT begann die Agentur, sich intensiv mit den möglichen Auswirkungen auseinanderzusetzen. Es folgten Workshops, externe Beratung und schließlich die Entscheidung, KI nicht einzelnen technikaffinen Mitarbeitenden zu überlassen, sondern als strategisches Thema im gesamten Unternehmen zu verankern.

Seit Anfang 2026 befinden sich die Mitarbeitenden deshalb in einer gemeinsamen KI-Weiterbildung. Eine interne Taskforce beschäftigt sich parallel mit neuen Anwendungen, Prozessen und der notwendigen Datenstruktur. Denn professioneller KI-Einsatz, betont Sternberg, bedeute eben nicht, „mal eben“ einen Prompt einzugeben. Neue Software und Lizenzen, Datenschutz, Datenstrukturen und vor allem Weiterbildung kosten Zeit und Geld.
Gleichzeitig zeigen sich die Vorteile bereits im Alltag. KI unterstützt beispielsweise beim Transkribieren umfangreicher Kundengespräche oder bei der Entwicklung komplexer Kommunikationskonzepte. Sie kann Prozesse beschleunigen, Informationen strukturieren und neue Möglichkeiten eröffnen. Die Entscheidung darüber, ob ein Ergebnis tatsächlich zum Kunden, zur Zielgruppe und zur Realität passt, bleibt jedoch beim Menschen.
Und genau dort zieht Sternberg eine klare Linie: Die eigene Handschrift soll erhalten bleiben. „Wir wollen echt bleiben.“ KI dürfe unterstützen, aber das Ergebnis solle sich nicht nach Maschine anfühlen. „Ist das das, was wir wollen? Ist das das, was der Kunde versteht? Und ist das wirklich Realität?“ Diese Fragen müssten weiterhin Menschen beantworten.

Fehler? Ausdrücklich erlaubt

Dass Jenko Sternberg den Wandel so offensiv angeht, hat viel mit der Unternehmenskultur zu tun. Sternberg bezeichnet ihr Unternehmen selbst als „Try-and-Error-Unternehmen“. Fehler seien erlaubt. Statt darüber zu diskutieren, wer sie verursacht habe, gehe es darum, was sich daraus lernen lasse – und ob aus einem vermeintlichen Fehler vielleicht sogar etwas Neues und Besseres entstehen könne.
Gerade Deutschland fehle es ihrer Ansicht nach bisweilen an diesem Mut. Wer Innovation wolle, müsse auch akzeptieren, dass nicht jeder Versuch funktioniert. Das gelte besonders für Forschung und Wissenschaft – ein Bereich, der für die Agentur in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden ist. Jenko Sternberg arbeitet unter anderem für wissenschaftliche Einrichtungen und sieht eine zentrale Kommunikationsaufgabe darin, komplexe Forschung so zu übersetzen, dass sie auch außerhalb der Fachwelt verstanden wird. „Wir müssen es ein bisschen so erklären, dass die Welt es versteht“, sagt Sternberg.

New Work auf dem Dorf

Auch beim Thema Arbeit geht die Agentur ihren eigenen Weg. New Work bedeutet für Sternberg vor allem, dass Menschen ihr Potenzial bei größtmöglicher Flexibilität entfalten können – verbunden mit der Bereitschaft, Verantwortung für die eigene Arbeit zu übernehmen. Arbeitsmodelle sollen zur jeweiligen Lebenssituation passen. Manchmal sind es dabei bewusst kleine Dinge, die Unternehmenskultur ausmachen: gemeinsame Zeit im Garten, gegenseitige Anerkennung oder Applaus für ein gelungenes Projekt. Sternberg erinnert sich auch an regelmäßige Massagen während der Arbeitszeit, die die Agentur ihren Mitarbeitenden angeboten hat. Entscheidend sei aber vor allem die ehrliche Wertschätzung untereinander.
Dazu kommt die Mischung der Generationen. Junge Mitarbeitende brächten Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit und einen selbstverständlichen Umgang mit neuen Technologien mit. Erfahrene Kolleginnen und Kollegen wiederum Wissen, strategische Erfahrung und ein Gespür für Kunden und Märkte. Genau diese Kombination hält Sternberg für wertvoll.

Und wo steht die Agentur in zehn Jahren?

Bei dieser Frage muss Sabine Sternberg passen – ganz bewusst. Nicht aus Mangel an Ideen, sondern weil ihr ein Blick zehn Jahre voraus angesichts des derzeitigen Veränderungstempos kaum möglich erscheint. „Ich kann ja noch nicht mal sagen, wo wir in fünf Jahren stehen.“ Zwei Jahre seien vielleicht noch vorstellbar. Eine Vorstellung davon, was erhalten bleiben soll, hat sie dagegen sehr genau: Jenko Sternberg soll weiterhin eine kreative und vielseitige Agentur sein – offen für neue Technologien, aber mit eigener Handschrift. „Die Empathie und das Ehrliche. Das müssen wir trotz KI beibehalten. Das Menschliche.“

Vielleicht passt gerade deshalb der Standort in Apelnstedt so gut zu dieser Agentur. Während sich die Medienwelt in immer höherem Tempo verändert, arbeitet das Team zwischen Feldern, Teich und Hochbeet an digitalen Kampagnen, Websites, Filmen und KI-gestützten Konzepten. Ländliche Idylle und technologische Transformation sind hier keine Gegensätze.

Oder, um es mit dem Selbstverständnis der Agentur zu sagen: vom Dorf – aber ganz sicher nicht von gestern.

Weitere Informationen über Jenko Sternberg Design gibt es auf der Webseite:
jenkosternberg.de