Seit Generationen Impulsgeber für Fachkräfte und Wirtschaft.
Im Juni feierte die Technikakademie der Stadt Braunschweig (TAB) mit ca. 200 geladenen Gästen aus Verwaltung, Politik, Industrie und vielen Ehemaligen und Freunden ihr einhundertjähriges Bestehen. Herausgelöst aus der Meisterschule des Deutschen Handwerks in Braunschweig im Jahr 1926 als „Abteilung für Maschinenbau“ entwickelte sich die ehemalige und stadtbekannte Technikerschule der Stadt Braunschweig zu einer renommierten Weiterbildungsstätte für Technisches Fachpersonal für die Region. Aufbauend auf einer soliden technischen Ausbildung werden hier die Nachwuchs-Führungskräfte für das mittlere Management für Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Mobilitätstechnik, der Elektrotechnik, von Entwicklungsdienstleistern und Infrastruktur-Planungsunternehmen u.v.m. weitergebildet.
Nach Begrüßung und einleitende Worte von Schulleiter Lutz Barfels würdigten Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum, Herr Thorsten Glaser, Behördenleiter des regionalen Landesamtes für Schule und Bildung (RLSB-BS) für die Region Braunschweig und Herr Tobias Hoffmann, Präsident der Industrie und Handelskammer Braunschweig das unermüdliche Engagement der Lehrerinnen und Lehrer der TAB sowie die Bedeutung der Absolventen mit ihren vielfältigen Kompetenzen und Fähigkeiten insbesondere für die wirtschaftliche Entwicklung der Region Braunschweig.
Den Abschluss des ersten Teils der offiziellen Veranstaltung bildete eine Talk-Runde, organisiert und moderiert von Frau Cordula Miosga, Geschäftsführerin im Arbeitgeberverband Region Braunschweig. Hier interviewte sie mehrere Absolventinnen und Absolventen der TAB, die mit dem Techniker-Abschluss z. B. noch erfolgreich ein Wirtschaftsingenieur-Studium bewältigt haben oder aber eigene Unternehmen aufgebaut oder übernommen haben, von der persönlichen Bedeutung der Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker/der staatlich geprüften Technikerin. Als Berufsbezeichnung kann seit 2020 auch die Bezeichnung „Bachelor Professional in Technik“ getragen werden. Das Publikum war sehr beeindruckt, welche herausragenden Berufskarrieren sich nach dem TAB-Abschluss entwickelt haben.
In der dann folgenden Pause konnten sich die Gäste bei Kaffee und Kuchen stärken und sich mit den vielen Gästen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen bei herrlichem Wetter lebhaft unterhalten. Der dann folgende zweite Teil der Feier wurde von Herrn Horst Splett, Vorsitzender Forum Industriekultur e.V., eröffnet. Er stellte einen hochinteressanten Bezug zwischen der Entwicklung der Industriearbeit in den 1920-iger Jahren sowie der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung in den Gründungsjahren der TAB insbesondere in der Braunschweiger Region her. Gerade die Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges war geprägt von Moderne, Aufbau aber auch gesellschaftlichen und sozialen Spannungen.
Danach berichtete Herr Thomas Klingner, Segmentleitung Vehicle Engineering, Member of Board EDAG CHINA und Executive Vice President Vehicle Engineering, einem weltweit agierenden Technologie-Entwicklungsunternehmen in der Mobilitätsbranche, über seinen Lebensweg. Einzigartig ist seine auf der Ausbildung bei der ehemaligen Braunschweiger Firma Karges Hammer aufgesetzte Techniker-Weiterbildung an der damaligen Technikerschule der Stadt Braunschweig und die sich dann erarbeitete Industrie-Karriere bei führenden Unternehmen der Engineering-Branche. In dem hochinteressanten Vortrag über die beruflich gemachten Erfahrungen und überwundenen Hindernisse konnten die Zuhörer und Zuhörerinnenerkennen, wie man aus der Abfolge von solider technischer Ausbildung und darauf aufbauender Weiterbildung – sicherlich auch in Verbindung mit entsprechendenpersönlichen Eigenschaften – eine beachtliche Karriere (ohne Studium) machen kann.
Zusammenfassend und mit einem Blick auf die aktuellen Aktivitäten der TAB sowie die Herausforderungen beendete Schulleiter Lutz Barfels den offiziellen Teil und leitete über in den gemütlichen Teil der Feier.
Nach 100 Jahren richtet die Technikakademie den Blick weiter nach vorn. Technischer Fortschritt, neue Anforderungen an Fach- und Führungskräfte und der Wandel der Arbeitswelt werden auch künftig für neue Herausforderungen sorgen. Die TAB will diesen Weg weiterhin gemeinsam mit Wirtschaft und Region gestalten. Auf die nächsten 100 Jahre!