Im Dienste der Menschen: 100 Jahre Caritas Braunschweig!

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22.04.2026

Verantwortung, die bleibt – Hilfe, die ankommt.

Mit der Aktion „100 Lichtblicke für 100 Familien“ verbindet der Caritasverband Braunschweig sein 100- jähriges Jubiläum mit konkreter Unterstützung vor Ort. Im AGV-Jubiläumsinterview sprechen die Caritas-Vorstände Dr. Marcus Kröckel und Matthias Konrad über soziale Verantwortung, die Lage vieler Familien in Braunschweig und die Bedeutung lokalen Engagements.

„100-jähriges Jubiläum“ – was bedeutet dieser Meilenstein für die Caritas Braunschweig?

Dr. Marcus Kröckel:
100 Jahre Caritas in Braunschweig sind für uns ein besonderer Moment – geprägt von Dankbarkeit, Verantwortung und einem klaren Blick nach vorn. Seit 1926 stehen wir Menschen in schwierigen Lebenssituationen zur Seite – verlässlich, nahbar und mitten in der Stadtgesellschaft. Dieses Jubiläum steht deshalb nicht nur für eine beeindruckende Geschichte, sondern vor allem für ein Jahrhundert gelebter Solidarität.

„Was ist über die Anfänge noch bekannt und wo steht das Projekt heute?“

Matthias Konrad:
Die Caritas in Braunschweig ist aus dem Gedanken entstanden, Menschen in Not nicht allein zu lassen. Schon in den Anfängen ging es darum, Hilfe dort zu leisten, wo sie im Alltag tatsächlich gebraucht wird – vielfach getragen von großem ehrenamtlichem Engagement und einem starken sozialen Verantwortungsgefühl.

Heute ist daraus ein breites und professionelles Netzwerk sozialer Unterstützung in Braunschweig geworden. Unsere Arbeitsfelder sind vielfältig, aber der Kern ist unverändert geblieben: Menschen zu stärken, Teilhabe zu ermöglichen und in schwierigen Lebenslagen konkret an ihrer Seite zu sein. Genau deshalb passt unsere Jubiläumsaktion „100 Lichtblicke für 100 Familien“ so gut zu diesem Anlass.

„Warum haben Sie sich bewusst für direkte Unterstützung in Form von Lebensmittelgutscheinen entschieden?“

Dr. Marcus Kröckel:
Weil diese Form der Hilfe schnell, unbürokratisch und unmittelbar wirksam ist. Viele Familien stehen derzeit unter erheblichem finanziellem Druck – und gerade Lebensmittel gehören zu den Bereichen, in denen Preissteigerungen besonders stark spürbar sind.

Ein Lebensmittelgutschein ist deshalb keine symbolische Geste, sondern eine konkrete Entlastung im Alltag. Zugleich war uns wichtig, eine Hilfeform zu wählen, die würdevoll ist: Familien können selbst entscheiden, was sie benötigen. Diese Selbstbestimmung ist für uns ein zentraler Teil respektvoller Unterstützung.

„In Ihrer täglichen Arbeit erleben Sie die Not vieler Familien hautnah. Was sind die häufigsten Herausforderungen, mit denen diese Familien konfrontiert sind?“

Matthias Konrad:
Die Belastungen sind oft sehr grundlegend: steigende Lebenshaltungskosten, hohe Mieten, unsichere finanzielle Verhältnisse und die ständige Sorge, ob das Geld bis zum Monatsende reicht. Besonders betroffen sind häufig Alleinerziehende, ältere Personen, bzw. Rentner, Familien mit mehreren Kindern oder Menschen, die trotz Arbeit nur über ein geringes Einkommen verfügen.

Hinzu kommen Ausgaben, die viele als selbstverständlich ansehen – Schulmaterialien, Kleidung, Vereinsbeiträge oder unerwartete Rechnungen. Für viele Familien werden gerade diese Dinge schnell zur Belastung. Armut zeigt sich dabei nicht nur finanziell, sondern oft auch in dauerhafter Anspannung, Verzicht und dem Gefühl, gesellschaftlich nicht mithalten zu können.

Die Aktion richtet sich gezielt an 100 Familien in Braunschweig. Wie wählen Sie die Familien aus, die Unterstützung erhalten?

Dr. Marcus Kröckel:
Die Auswahl erfolgt über unsere bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangebote. Unsere Mitarbeitenden kennen viele Familien aus der täglichen Arbeit sehr genau und wissen, wo akute Belastungen bestehen und wo eine solche Unterstützung gerade besonders hilfreich wäre.

Die Vorstände: Dr. Marcus Kröckel und Matthias Konrad, Vorstand Caritasverband Braunschweig e. V.: "Mit ‚100 Lichtblicke für 100 Familien‘ machen wir unser Jubiläum ganz konkret: Wer unterstützt, hilft direkt vor Ort – in Braunschweig, für Familien in Braunschweig.“

Wichtig ist uns dabei, dass die Hilfe gezielt, verantwortungsvoll und diskret erfolgt. Es geht nicht um öffentliche Bedürftigkeitsnachweise, sondern um eine sensible Auswahl innerhalb gewachsener Vertrauensbeziehungen. So stellen wir sicher, dass die Unterstützung dort ankommt, wo sie wirklich gebraucht wird.

Was macht es für die betroffenen Familien konkret aus, wenn sie einen solchen „Lichtblick“ erhalten? Können Sie uns ein Beispiel schildern?

Matthias Konrad:
Ein solcher Gutschein bedeutet oft weit mehr als seinen reinen Geldwert. Natürlich hilft er ganz praktisch beim Einkauf. Aber häufig ist der eigentliche Effekt ein anderer: das Gefühl, gesehen zu werden. Zu erleben, dass jemand die eigene Belastung wahrnimmt und ganz konkret unterstützt.

In der Praxis kann das bedeuten, dass eine Familie am Monatsende nicht nur das Nötigste kaufen muss, sondern wieder etwas Luft bekommt – vielleicht für frisches Obst, gesunde Lebensmittel oder einfach einmal einen Einkauf ohne unmittelbaren Verzicht. Genau deshalb sprechen wir von „Lichtblicken“: Es sind Momente spürbarer Entlastung – materiell und menschlich.

Transparenz spielt bei Ihrer Aktion eine große Rolle. Warum ist Ihnen dieser Aspekt besonders wichtig?

Dr. Marcus Kröckel:
Transparenz schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die Grundlage jeder erfolgreichen Unterstützungsaktion. Wer unsere Jubiläumsaktion begleitet, soll klar erkennen können, wie die Hilfe eingesetzt wird und welche konkrete Wirkung sie entfaltet.

Deshalb haben wir die Aktion bewusst einfach und nachvollziehbar gestaltet: 100 Familien erhalten jeweils 100 Euro in Form von Lebensmittelgutscheinen. Das ist verständlich, greifbar und zeigt unmittelbar, wo Unterstützung ankommt. Gerade für Unternehmen und Partner ist diese Klarheit ein wichtiger Faktor.

Wie können Unternehmen oder Mitglieder des AGV die Aktion am besten unterstützen?

Matthias Konrad:
Am direktesten hilft eine finanzielle Unterstützung, weil sie unmittelbar in die Lebensmittelgutscheine für die Familien fließt. Bereits mit 100 Euro kann ein konkreter „Lichtblick“ ermöglicht werden – die Wirkung ist also sehr klar und unmittelbar.

Darüber hinaus freuen wir uns auch über Sachspenden für unser Jubiläumsfest, Spenden für unsere Terrasse der Begegnung, der künftig ein offener Ort zum Austausch im Innenhof in der Kasernenstraße 30 werden soll, Unterstützung für die Tombola oder darüber, wenn Unternehmen die Aktion in ihre Netzwerke tragen. Gerade Reichweite und Weiterempfehlung können viel bewegen. Das Besondere ist: Hier wird nicht abstrakt irgendwo geholfen, sondern ganz konkret vor Ort – in Braunschweig, für Familien in Braunschweig.

Welche Rolle spielt gesellschaftliches Engagement von Unternehmen aus Ihrer Sicht – gerade auf lokaler Ebene?

Dr. Marcus Kröckel:
Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen ist auf lokaler Ebene von großer Bedeutung. Unternehmen sind nicht nur wirtschaftliche Akteure, sondern auch Teil des sozialen Gefüges einer Stadt. Sie prägen das Miteinander und können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Gerade lokal ist die Wirkung besonders sichtbar: Wer in der eigenen Region hilft, unterstützt nicht nur einzelne Menschen, sondern investiert auch in Stabilität, Vertrauen und Teilhabe. Starke Unternehmen brauchen eine starke Stadtgesellschaft – und umgekehrt. Deshalb achten wir umgekehrt bei unseren Aufträgen auch bewusst darauf, diese an regionale Firmen zu vergeben.

Über das Jubiläum hinaus gedacht: Welche langfristigen Ziele verfolgen Sie, um Familien in schwierigen Lebenssituationen nachhaltig zu unterstützen?

Matthias Konrad:
Unsere Jubiläumsaktion setzt bewusst einen konkreten Impuls – aber selbstverständlich endet unser Engagement nicht mit dem Jubiläum. Unser Ziel ist es, Familien nicht nur in akuten Notlagen zu entlasten, sondern sie langfristig zu stärken.

Dazu gehören verlässliche Beratungsangebote, Begleitung in Krisensituationen, niedrigschwellige Zugänge zu Hilfen und ein ganzheitlicher Blick auf die jeweilige Lebenssituation. Es geht darum, Belastungen nicht nur kurzfristig abzufedern, sondern Perspektiven zu schaffen und gesellschaftliche Teilhabe dauerhaft zu ermöglichen.

„Wenn Sie auf das Jubiläum blicken: Welche Botschaft oder welches Anliegen liegt dem Caritas-Vorstand persönlich besonders am Herzen?

Dr. Marcus Kröckel:
Ja – vielleicht den wichtigsten Gedanken hinter allem: Unser Jubiläum soll nicht nur ein Rückblick sein, sondern ein Zeichen in die Gegenwart. Wir möchten 100 Jahre Caritas in Braunschweig nicht nur feiern, sondern daraus ganz bewusst konkrete Hilfe entstehen lassen.

„100 Lichtblicke für 100 Familien“ steht genau dafür: Dankbarkeit für das, was in 100 Jahren gewachsen ist – und gleichzeitig unmittelbare Unterstützung für Menschen, die heute Hilfe brauchen. Wenn uns das gemeinsam gelingt, dann ist das das schönste Zeichen zum Jubiläum.

„Vielen Dank Ihnen beiden für die spannenden Einblicke rund um das 100-jährige Jubiläum der Caritas Braunschweig. Der AGV Region Braunschweig gratuliert herzlich und wünscht weiterhin viel Energie, Mut und Erfolg für die wichtige Arbeit – für die Menschen vor Ort und ein starkes gesellschaftliches Miteinander in unserer Region.“

Mehr zur Aktion unter www.caritas-bs.de . Den  Info-Flyer zu „100 Lichtblicke“ gibt es hier zum Download