Wirtschaftsfrühstück: Zu Gast bei der WIS in Salzgitter

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20.02.2026

AGV-Hauptgeschäftsführer Lars Alt ordnete die aktuelle wirtschaftliche Lage ein. 

Die anhaltende Situation stellt Industriestandorte wie Salzgitter vor große Aufgaben – zugleich eröffnen technologische Entwicklungen und neue Märkte auch Perspektiven für Wachstum. Diese doppelte Botschaft stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung der Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH und des Arbeitgeberverbandes Region Braunschweig, zu der sich in dieser Woche (19.02.) zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung versammelt hatten.

Nach der Begrüßung durch den Wirtschaftsdezernenten der Stadt Salzgitter, Jan Erik Bohling, richtete sich der Blick auf die übergeordneten wirtschaftlichen Trends. In einer rund 40-minütigen Keynote ordnete unser AGV- Hauptgeschäftsführer Lars Alt die aktuelle Lage ein – und machte deutlich, dass sich Deutschland und seine Industrieregionen in einer Phase tiefgreifender Veränderungen befinden.

Alt verwies darauf, dass bundesweit derzeit monatlich rund 10.000 Industriearbeitsplätze verloren gehen. Eine schnelle Trendumkehr sei derzeit nicht zu erwarten. Bereits ein Stopp dieser Entwicklung würde aus seiner Sicht ein wichtiges und ermutigendes Signal darstellen. Entscheidend dafür sei eine Verbesserung der Standortbedingungen – etwa durch eine geringere Steuerbelastung, eine Begrenzung steigender Sozialversicherungsbeiträge sowie niedrigere Energiepreise und weniger bürokratischen Aufwand.

Für Salzgitter hat diese Entwicklung besondere Bedeutung. Die Stahlproduktion in Deutschland ist im Jahr 2025 deutlich eingebrochen. Gleichzeitig sieht Alt gerade hier neue Perspektiven: Vor allem der Markt für emissionsarmen Stahl aus der Europäischen Union biete langfristige Chancen. Standorte mit industrieller Erfahrung und Know-how könnten von diesem Wandel profitieren, wenn die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Neben der Stahlindustrie identifizierte Alt mehrere Zukunftsfelder mit Wachstumspotenzial. Dazu zählen insbesondere die Bereiche Künstliche Intelligenz, Robotik, Verteidigung, Energie und Medizintechnik. Diese Branchen könnten neue Arbeitsplätze schaffen und zur wirtschaftlichen Stabilisierung beitragen. Voraussetzung sei jedoch, dass neue Wachstumsfelder nicht von Beginn an mit bestehenden Standortnachteilen belastet würden.

Auch auf regionaler Ebene sieht der Arbeitgeberverband Gestaltungsmöglichkeiten. Mit sogenannten Arbeitsmarktdrehscheiben könne der Wandel aktiv begleitet werden, indem Beschäftigte in neue Tätigkeitsfelder vermittelt werden. Dies könne helfen, Fachkräfte in der Region zu halten und Unternehmen bei der Transformation zu unterstützen. Gleichzeitig betonte Alt, dass Entbürokratisierungsmaßnahmen notwendig seien, um das Verhältnis zwischen Staat und Unternehmen wieder stärker zugunsten der Unternehmen auszurichten.

Die Veranstaltung zeigte zugleich, dass das Interesse am wirtschaftlichen Austausch in der Region groß ist. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen und über gemeinsame Perspektiven zu sprechen. Der  Arbeitgeberverband Region Braunschweig wird auch  künftig mit ähnlichen Formaten in der Region präsent sein. Nach Veranstaltungen in Peine und Helmstedt sei Salzgitter eine weitere wichtige Station gewesen – und ein Beispiel dafür, dass der Dialog zwischen Wirtschaft und regionalen Akteuren aktiv gelebt wird.

Fotos: Marc Stantien für den AGV

AGV-Hauptgeschäftsführer Lars Alt und Wirtschaftsdezernent der Stadt Salzgitter Jan Erik Bohling (rechts im Bild)

Weitere Impressionen von der Veranstaltung: