1.500 junge Menschen gehen mit 100 Ausbildungsbetrieben auf Tuchfühlung.
Drei Stunden, 100 Unternehmen, mehr als 1.500 Jugendliche – und unzählige Gespräche über die Zukunft.
Die Ausbildungsmesse „Mein Start in die Ausbildung 2026“ hat am Dienstag, 17. Februar den VIP-Bereich des Eintracht-Stadions erneut in eine intensive Kontaktbörse verwandelt. Das Konzept erinnert dabei, zum 8. Mal in Folge, bewusst an eine Art Powerdating: kurz, direkt und persönlich. Denn viel Zeit blieb nicht – nach nur drei Stunden schloss die Messe bereits wieder ihre Tore.
Das verleiht der der Gemeinschaftsveranstaltung des AGV Region Braunschweig, der Arbeitsagentur Braunschweig-Goslar, der IHK Braunschweig und der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade mit Blick auf das neue Ausbildungsjahr eine ganz besondere Dynamik. Statt großer Messestände oder aufwendiger Präsentationen setzten die Organisatoren auf direkte Begegnungen auf Augenhöhe. Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, sich im Schnelldurchlauf über Ausbildungsangebote in Industrie, Handwerk und Dienstleistung zu informieren – und vor allem, um mit potenziellen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen.
„In Zeiten großer wirtschaftlicher Herausforderungen und akutem Fachkräftemangel ist es wichtig, frühzeitig in qualifizierten Nachwuchs zu investieren“, betonte Dominique Moré-Jones, Bereichsleiterin HR, Recruiting & Employer Branding beim Arbeitgeberverband Region Braunschweig e.V. Die Messe gebe Unternehmen die Möglichkeit, „Personen mit dem zum eigenen Unternehmen passenden Mindset kennenzulernen“. Dabei stünden Schulnoten längst nicht mehr allein im Fokus. „Wichtiger ist, dass sich die potenziellen Auszubildenden für den angestrebten Beruf begeistern, zur Unternehmenskultur passen und ausgeprägte Soft Skills mitbringen“, so Moré-Jones. Ihr Tipp: „Um das herauszufinden empfehlen wir, ein Schnupperpraktikum in den Osterferien zu verabreden.“
Auch bei der Industrie- und Handelskammer stieß die Veranstaltung auf positive Resonanz. „Ich freue mich, dass auch in diesem Jahr das Interesse sowohl bei Schülerinnen und Schülern als auch bei Unternehmen ungebrochen ist“, sagte Dr. Kirsten Anna van Elten, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK Braunschweig. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten sei es ein wichtiges Signal, dass Betriebe weiterhin engagiert ausbilden. Das reduzierte Messekonzept zahle sich aus: „Durch die Gestaltung der Messe fällt es allen Beteiligten viel leichter in ein Gespräch zu kommen, um so herauszufinden, ob es einen gemeinsamen Weg in die Zukunft geben könnte.“
Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt der anhaltende Erfolg: Bereits zum achten Mal fand die Messe statt – und wieder war der Andrang groß. Für viele Jugendliche ist der Übergang von der Schule in den Beruf eine entscheidende Phase. Hier bot sich die Chance, innerhalb weniger Stunden zahlreiche Kontakte zu knüpfen – ganz im Sinne eines beruflichen Powerdatings.
Auch die Agentur für Arbeit sieht in der Messe einen wichtigen Türöffner. „Unsere gemeinsame Ausbildungsmesse im Eintracht-Stadion ist der perfekte Startpunkt: Wer heute ins Gespräch kommt, kann morgen schon den eigenen Weg ins Berufsleben gehen – die Chancen waren selten so gut wie jetzt“, erklärte Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar. Ihr Appell an die Jugendlichen: „Wer neugierig ist, Fragen stellt und Mut hat, Neues auszuprobieren, hat klare Vorteile.“
Für das Handwerk ist der persönliche Austausch ebenfalls unverzichtbar. „Solche Veranstaltungen zeigen, wie wertvoll der persönliche Austausch ist“, sagte Claudia Teller von der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. „Schülerinnen und Schüler entdecken hier Berufe, die sie zuvor vielleicht nicht in Betracht gezogen haben, und Betriebe können frühzeitig geeignete Talente für sich gewinnen.“
Auch bei den ausstellenden Unternehmen selbst ist das Feedback durchweg positiv. Viele von ihnen nehmen seit Jahren regelmäßig teil – nicht zuletzt, weil die Teilnahme kostenlos ist. Für zahlreiche Betriebe ist die Messe inzwischen ein fester Bestandteil ihrer Nachwuchssuche geworden. Immer wieder entstehen hier ganz konkrete Ausbildungsverhältnisse. Erste Gespräche, die an einem Stände beginnen, führen später zu Praktika – und nicht selten direkt in einen Ausbildungsvertrag.
Dass die Messe trotz ihrer kurzen Dauer eine so große Wirkung entfaltet, zeigt: Das Konzept geht auf. Für viele Unternehmen – insbesondere für mittelständische Ausbildungsbetriebe aus der Region – ist sie zu einem unverzichtbaren Instrument der Fachkräftegewinnung geworden. Längst hat sich „Mein Start in die Ausbildung“ einen festen Platz im Terminkalender gesichert – als Treffpunkt, an dem die Fachkräfte von morgen und die Betriebe von heute zueinanderfinden.
Voraussichtlich auf ein Neues in 2027…