Basketball-Star Dennis Schröder unterstützt das Projekt.
Englisch lernen wie eine Muttersprache
Braunschweig wird eine neue Bilinguale Grundschule bekommen. Bereits zum kommenden Schuljahr will die Oskar Kämmer Schule mit zunächst einer ersten Klasse starten und das Angebot in den folgenden Jahren schrittweise ausbauen. Perspektivisch ist ein eigener Neubau mit Grundschule und Kindertagesstätte geplant, der langfristig eine zweizügige Grundschule mit jeweils zwei Klassen pro Jahrgang umfassen soll.
Vorbild ist die Kämmer International Bilingual School (KIBS) in Hannover, die von OKS-Geschäftsführerin Heike Eckhoff seit vielen Jahren geleitet wird. Dort wird das bilinguale Konzept seither erfolgreich umgesetzt und kontinuierlich ausgebaut. Unterstützt wird das Projekt von Basketball-Star Dennis Schröder, der von der Idee sofort überzeugt war. „Er hat sich die Schule in Hannover angeschaut und gesagt: Genau so etwas möchte ich auch in Braunschweig haben“, berichtet Eckhoff. Schröder war selbst Auszubildender an der Oskar Kämmer Schule in Braunschweig und ist ihr bis heute eng verbunden. Er unterstützt das Vorhaben ideell sowie finanziell. Die neue Bilinguale Grundschule powered by Dennis Schröder steht laut OKS für eine moderne, weltoffene Schulbildung, die Kinder stark für die Zukunft macht.
Ein Konzept, das sich bewährt hat
Die OKS betreibt bereits seit mehr als 15 Jahren eine bilinguale Bildungseinrichtung in Hannover – beginnend mit der Kindertagesstätte über die Grundschule bis hin zum Gymnasium im Aufbau. Die Nachfrage dort ist groß. „Wir haben mittlerweile Wartelisten für die Kita und auch für die Grundschule“, sagt Eckhoff. Inzwischen besuchen mehr als 160 Kinder die bilinguale Kindertagesstätte in Hannover, die Grundschule ist dreizügig ausgebaut, das Gymnasium wächst weiter. Die Erfahrungen aus Hannover hätten gezeigt, dass das Konzept funktioniere und bei Eltern auf großes Interesse stoße.
Start zunächst in bestehenden Räumen
In Braunschweig wird die Schule zunächst in vorhandenen Räumen der Realschule „Leben lernen“ der Oskar Kämmer Schule starten. Dort soll im August die erste Klasse eingeschult werden. „Wir haben dort geeignete Unterrichtsräume, eine Mensa und Ganztagsangebote“, erklärt Eckhoff. Die Räume seien bereits renoviert worden, um eine kindgerechte Umgebung zu schaffen. Parallel dazu plant der gemeinnützige Schulträger einen eigenen Neubau. Auf einem Grundstück neben der bestehenden Schule soll bis zum Jahr 2027 eine zweizügige Grundschule mit angeschlossener Kindertagesstätte entstehen, die künftig als gemeinsamer Bildungscampus dienen soll. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund acht Millionen Euro. „Das ist eine große Investition, aber wir sind überzeugt, dass Braunschweig dafür ein guter Standort ist“, sagt Eckhoff. Die Region mit ihren vielen international tätigen Unternehmen biete ein entsprechendes Umfeld. Gerade für international tätige Firmen könne ein solches Bildungsangebot ein wichtiger Standortfaktor sein.
Basketball-Weltmeister Dennis Schröder zeigte schon im vergangenen Jahr großes Interesse:
Visualisierung des mittelfristig geplanten Neubaus (HK Architekten):
Lernen nach dem Immersionsprinzip
Kern des pädagogischen Konzepts ist das sogenannte Immersionsprinzip. Dabei lernen die Kinder Englisch nicht als klassische Fremdsprache, sondern nutzen es als Unterrichtssprache. „Wir übersetzen nicht“, erklärt Eckhoff. „Die englischsprachigen Lehrkräfte sprechen konsequent Englisch mit den Kindern, die deutschsprachigen Lehrkräfte bleiben im Deutschen.“ In der Grundschule bedeutet das, dass Fächer wie Mathematik, Sachkunde oder Kunst auf Englisch unterrichtet werden, während Deutsch als eigenes Fach erhalten bleibt. Die Methode orientiert sich am natürlichen Spracherwerb. „Die Kinder lernen die Sprache ähnlich wie ihre Muttersprache“, sagt Eckhoff. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie selbstverständlich sie beide Sprachen nutzen.“ Das Angebot richtet sich nicht ausschließlich an internationale Familien. Erfahrungen aus der Landeshauptstadt zeigen, dass der überwiegende Teil der Kinder aus deutschsprachigen Haushalten stammt. „Etwa 80 Prozent der Eltern sind deutschsprachig“, berichtet Eckhoff. Viele Familien legten Wert darauf, dass ihre Kinder sowohl im Deutschen sicher bleiben als auch Englisch auf hohem Niveau lernen. Ein wichtiger Unterschied zu internationalen Schulen bestehe darin, dass die bilinguale Schule nach dem niedersächsischen Lehrplan unterrichte. Damit bleibe der Anschluss an das deutsche Bildungssystem vollständig erhalten.
Internationale Lehrkräfte und kleine Klassen
Für den Unterricht setzt die Schule auf ein internationales Team. Die englischsprachigen Lehrkräfte kommen unter anderem aus Großbritannien, den USA, Australien und Neuseeland. „Das sind hochmotivierte, ausgebildete Pädagogen, die bereits Erfahrung mit bilingualem Unterricht haben“, sagt Eckhoff. Die Klassen sollen bewusst klein gehalten werden. Im Durchschnitt sind etwa 22 Kinder pro Klasse vorgesehen. Neben einer deutsch- und einer englischsprachigen Lehrkraft unterstützt eine Klassenassistenz den Unterricht. Auch die TU Braunschweig hat bereits Interesse an einer Kooperation signalisiert. Vorgesehen ist unter anderem, dass Masterstudierende dort Praktika absolvieren können und das Schulkonzept wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wird. Bereits frühere Untersuchungen der Universität Hildesheim am Standort Hannover hätten gezeigt, dass Kinder durch das frühe Lernen und Anwenden zweier Sprachen flexibler denken, eigenständiger Lösungen entwickeln und sich kognitiv besonders gut entwickeln.
Digitalisierung und Sport als weitere Schwerpunkte
Neben der Zweisprachigkeit setzt die Schule auf digitale Bildung. In Hannover ist die Einrichtung bereits als sogenannte Apple Distinguished School zertifiziert. Tablets und digitale Lernprogramme werden dort bereits ab der Grundschule gezielt als Lernwerkzeuge eingesetzt. Ein ähnliches Konzept ist für den Standort Braunschweig geplant. Auch Bewegung und Sport spielen eine wichtige Rolle. Dabei steht natürlich der Basketball im Fokus – nicht zuletzt durch die Unterstützung von Dennis Schröder. Kooperationen mit Sportvereinen wie Eintracht Braunschweig und MTV Braunschweig sind in Planung. „Ohne Bewegung kann man nicht gut lernen“, sagt Heike Eckhoff. „Bewegung und Sport sind wichtige Dinge, die mit Bildung sehr gut verknüpft werden können.“
Schulgelder einkommensabhängig
Als freie Schule erhält die Einrichtung zunächst keine staatlichen Zuschüsse. Erst nach einer dreijährigen Bewährungsphase beteiligt sich das Land Niedersachsen an den Kosten. Bis dahin finanziert sich die Schule über private Mittel und Schulgelder. Diese beginnen bei unter 250 Euro im Monat und werden einkommensabhängig berechnet.
Perspektive für die Zukunft
Langfristig könnte das Angebot über die Grundschule hinaus erweitert werden. Zunächst liegt der Fokus jedoch auf dem schrittweisen Aufbau der ersten Klassen sowie der Kindertagesstätte als pädagogischem Unterbau. Die Verantwortlichen sehen in Braunschweig gute Voraussetzungen für das Projekt. „Unser Ziel ist es, den Kindern Freude am Lernen zu vermitteln und sie bestmöglich auf ihre Zukunft vorzubereiten“, so Eckhoff.
Mit dem Schulstart nach den Sommerferien wird Braunschweig damit um ein Bildungsangebot reicher – eines, das Sprache, Internationalität und moderne Pädagogik miteinander verbinden will.
Weitere Infos & TERMINE
- Landingpage unter Bilinguale Grundschule powered by Dennis Schröder mit Anmeldeoption für interessierte Eltern.
- Informationsveranstaltung in der Kämmer International Bilingual School in Hannover: Open Friday am 13. März 2026, 14 – 16 Uhr. Zur Anmeldung.
- Im Podcast „Oskars Welt“ geht es um das Thema Bilinguales Lernen: Was bedeutet eigentlich immersives Lernen und wie funktioniert es im Schulalltag? Warum ist Bilingualität mehr als nur „Englischunterricht“? Wie verändert Technologie den Unterricht? Direktlink zur Episode!
- Flyer zu Grundschule als pdf-Download.
Wie funktioniert die Bilinguale Schule?